Trainer will Trainer auswechseln

ligue 1 Der erste Spieltag der französischen Liga ist vorbei, und der erste Tabellenführer der neuen Saison ist Aufsteiger Caen. Den muss man nicht im Kopf behalten, wenn man sich nur gelegentlich für die französische Liga interessiert, allerdings war das 3:0 gegen Evian TG trotz sechs Spielern, die noch nie in der ersten Liga auf dem Platz standen, schön herausgespielt. Noch bemerkenswerter wohl die Schuldzuweisung des unterlegenen Evian-Trainers Pascal Dupraz an sich selbst: „Der Trainer war ideenlos. Leider kann man den Trainer nicht auswechseln.“

47 Versicherungen zum Bleiben

Siege gab es ebenfalls für Lyon und Saint-Étienne, die man eher dort oben (Platz 2 und Platz 3) erwarten darf. Dabei knüpft Saint-Étienne gleich da an, wo sie nach einer starken Rückrunde aufgehört hatten, die Sommerpause mit eingerechnet sind die „Grünen“ nun fünf Monate ungeschlagen. Passenderweise traten sie auch gleich mit einer zur Vorsaison identischen Mannschaft auf, die Sommertransfers (darunter auch der niederländische Stürmer mit dem hübschen Namen Ricky van Wolfswinkel, ausgeliehen von Norwich), waren alle entweder gesperrt oder verletzt.

Lyon hat zum vierten Mal in Folge sein Auftaktspiel gewonnen, und der berühmte „Matchwinner“ war der bereits in der Vorschau erwähnte Youngster Alexandre Lacazette mit seinem Elfmeter zum 2:0 gegen Rennes. Ganze 14 Spieler auf Lyons Spielberichtsbogen wurden im eigenen Verein ausgebildet. Der 23-jährige Lacazette wird weiterhin sowohl mit Liverpool als auch Newcastle in Verbindung gebracht. Französische Medien haben bereits mitgezählt: Lacazette hat zum 47. Mal versichert, dass er bleibe.

Der „neue Mourinho“ mit Fehlstart

Auffälliger ist vor allem, wer alles ohne Sieg in die Saison startete, nämlich nicht nur Top-Top-Top-Favorit Paris Saint-Germain, sondern auch Monaco und Marseille.

In Monaco hat der neue Trainer Leonardo Jardim nach seiner 1:2-Niederlage gleich eine Debatte wegen fragwürdiger Teamaufstellung am Hals. Der Portugiese Jardim gilt übrigens als „der neue Mourinho“ – so wie quasi jeder portugiesische Trainer, der ins Ausland geht. An Erfolgen vorzuweisen hat Jardim: Eine Drittliga-Meisterschaft und einen dritten Platz in Portugals höchster Liga. Warum sich Monaco für ihn entschied, ist auch nach dem ersten Spieltag nicht so wirklich klar.

Willy gewinnt

Marseille lässt sich eine 3:1-Führung aus der Hand nehmen. Erschreckend vor allem in welch schwacher Form der ehemalige Nationaltorwart Mandanda seit einigen Monaten ist. Die ebenfalls in der Vorschau erwähnten Korsen aus Bastia freut es, den „neutralen Zuschauer“ auch: 3:3 am Ende zwischen Marseille und Bastia.

Paris bleibt unterdessen ebenso wie Lyon seiner Serie treu, nur unter umgekehrten Vorzeichne: Zum vierten Jahr in Folge gibt es einen sieglosen Auftakt. 2:2 gegen Reims. Reims war früher mal groß (in den 50er Jahren spielten sie legendäre Duelle gegen Real Madrid), heute sind sie ein sehr kleiner Club. Die Pariser Flügelzange mit Cavani und Lucas war gruslig, aber PSG hat ja Zlatan, der sorgt halt eben mal für zwei Tore. Und: Millioneneinkauf David Luiz spielte nicht. Alles egal. Paris hat in den vergangenen Saisons bewiesen, dass man bequem am ersten Spieltag Punkte lassen und trotzdem souverän den Titel gewinnen kann.

Ach ja: Willy Sagnol gewinnt sein Auftaktspiel als Trainer mit Bordeaux. Glückwunsch.

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2 Gedanken zu “Trainer will Trainer auswechseln

    • Ehrlich gesagt erscheinen mir Transfer-Prognosen meist noch glaskugelartiger als Spielprognosen. Wer weiß schon, was da im Hintergrund verhandelt wird, welche Interessen Agenten, Spieler und Clubs haben, und wer bereit ist, welchen Preis zu zahlen und welches Gehalt zu verdienen?

      Bei Cavani kann man zumindest festhalten, dass er unzufrieden mit seiner Position ist. Er will zentral spielen, da spielt aber Ibra. Blanc hat ihm angeblich versichert, dass er diese Saison häufiger zentral spielen darf, bislang lief er aber wieder links auf. Und wenn PSG di Maria finanzieren will, müssten sie irgend jemanden abgeben (zumal der dann auch noch die Flügelposition blockiert). Gründe für einen Weggang wären also da – aber ob es dann am Ende dazu kommt, wage ich nicht vorher zu sagen.

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