Sascha Mölders Fußballgott

Jetzt wo das Transferfenster zu ist, traue ich mich, diesen Beitrag zu schreiben. Denn bis zum Ende der Frist hatte ich, ehrlich gesagt, große Angst, noch mehr Begehrlichkeiten zu wecken. Denn jeder, der Sascha Mölders einmal spielen gesehen hat, der wird ihn nie wieder vergessen. Und am Ende kauft ihn uns doch noch einer kurz vor knapp weg, bloß weil ich ihn hier in den Fußballhimmel direkt neben Pélé, Beckenbauer und Zidane schreibe!

Wir in Augsburg lieben unseren Sascha, auf dem Platz und daneben. Der Mann hat ein Herz, so groß wie ein ganzes Fußballstadion, und ist nie verlegen, es zu zeigen. Noch dazu ist er DER Stürmer für die wirklich wichtigen Tore beim FCA. Eine Auswahl gefällig?

Kein Mölders, keine erste Liga.

Schon bevor er beim FCA unterschrieb, hatte er großen Anteil am Erfolg. Damals in der Zweitligasaison 2010/2011 kam Mölders als Spieler des FSV Frankfurt nach Augsburg. Beim FCA ging es am 33. Spieltag im letzten Heimspiel der Saison um nichts geringeres als den Aufstieg in die erste Fußball Bundesliga. Hertha BSC stand bereits fest als Zweitligameister, der FCA stand mit 62 Punkten auf Platz 2, und von Platz drei spürte man den heißen Atem des VfL Bochum im Nacken, die uns mit 59 Punkten dicht auf den Fersen waren. Am 34. Spieltag ging es auswärts zur Hertha, und keiner machte sich Illusionen, dass die uns freiwillig mit ins Oberhaus eskortieren und uns den Sieg schenken würden. Aber ein Sieg gegen Frankfurt, und Bochum hätte verdammt viele Tore machen müssen, um an uns vorbeizuziehen. 

Dennoch spielte der FCA nervös und fahrig auf, und der Kapitän Uwe Möhrle hatte nichts besseres zu tun als eben diesen Sascha Mölders im Frankfurter Trikot im Sechzehner umzugrätschen als gäbe es kein Morgen. Natürlich gab es Elfmeter, und natürlich lag der FCA nach wenigen Minuten zurück. Dass der Aufstieg doch gelang, lag am unerschöpflichen Kampfgeist des Teams, der bis heute eine der allerwichtigsten Eigenschaften ist und wahrscheinlich der einzige Grund, warum wir immernoch oben mitspielen dürfen. 

Aber ohne einen Sascha Mölders auf dem Platz hätten wir vielleicht gar nicht so um den Aufstieg kämpfen müssen. Und wer weiß, ob wir dann dieses Spiel gewonnen hätten? Ich glaube bis heute, das Foul an Mölders war der Moment, in dem das Team begriff, dass der Aufstieg nicht auf der Meisterschale serviert wird, vor allem nicht in Augsburg. Und daher verdanken wir ihn auch ein wenig unserem Sascha, auch wenn er damals noch das falsche Trikot trug. 

Mölders‘ goldener Hintern

In der zweiten Bundesligasaison des FCA war noch kein einziger Auswärtssieg gelungen. Zum Ende der Hinrunde stand der FCA mit traurigen 9 Punkten auf Platz 17 der Tabelle. Nur Greuther Fürth hatte sich in der Hinrunde noch dümmer angestellt und stand wegen schlechterem Torverhältnis auf Platz 18. 

Am 18. Spieltag ging es zum Rückrundenauftakt nach Düsseldorf. Wir erwarteten die nächste Pleite, wurden aber auch dank Sascha Mölders mit einem der lustigsten Spiele des FCA aller Zeiten und dem ersten Auswärtssieg belohnt. Ich möchte nicht verschweigen, dass die Fortuna uns dabei aber kräftig unter die Arme griff. Allen voran Torwart Fabian Giefer, der sich mit seiner Abwehr nicht einigen konnte und sich von seinem Mitspieler Juanan tunneln ließ, um Mölders freie Fahrt aufs leere Tor zu geben – da sagt der Sascha natürlich nicht nein. Mit 0:2 nach Treffer von Koo ging’s in die Pause, und in Augsburg konnte man es kaum fassen, was da passierte. Eine FCA-Führung? Auswärts? Hatten wir seit Ewigkeiten nicht gesehen. Aber die zweite Hälfte wurde noch besser: Der schon genannte Giefer klärte nach einer Ecke beherzt an Sascha Mölders‘ Hinterteil, von wo der Ball unhaltbar ins Tor flog. 0:3 für den FCA. Auswärts. Konnte nicht wahr sein. Und dann auch noch Tore mit dem Hintern!

Das Spiel ging dann sehr glücklich noch 2:3 aus, weil der Ausgleichtreffer der Fortuna in letzter Sekunde wegen Offensivfouls nicht zählte. Aus Augsburger Sicht war damit aber das Zeichen des Fußballgottes eindeutig: Der wollte uns drin haben in der Liga, sonst hätte er uns nicht solche Tore machen lassen. Und ab diesem Spieltag begann eine beispiellose Aufholjagd, der FCA holte noch 24 Punkte in der Rückrunde und rettete sich auf Platz 15. Den Klassenerhalt haben wir also mindestens ein bißchen auch Sascha Mölders‘ Hintern zu verdanken. Denn wer solche Tore macht, steigt nicht ab. 

Mölders: 1 – Bayern: 0

Die Bundesligasaison 2013/2014 gehörte dem FC Bayern. Sie verloren nicht, sie schossen Tore, sie schossen die Gegner aus den Stadien. Man konnte den Vereinen in der Tabelle am Torverhältnis ansehen, ob sie schon gegen die Bayern ran mussten oder noch nicht. Besonders spannend war das alles nicht, und die Bayern waren schon im März Meister. 

Beim FCA freut man sich naturgemäß auf die Derbys gegen Münchner Mannschaften, egal ob sie in blau oder rot angereist kommen. Gegen die Löwen gab es allerdings schon ein paar mehr Siege als gegen die Roten. Auch an diesem 5. April freuten wir uns aufs Heimspiel gegen den FCB, obwohl sich keiner auch nur eine leise Chance auf einen Punkt ausmalte. Hauptsache, die arroganten Nachbarn aus München lange ärgern, das macht der Augsburger immer gern. 

Als Sascha Mölders in der 31. Minute nach wunderschönem Pass von Daniel Baier auf Manuel Neuer zustürmte, dachte ich noch bei mir „Ach, der Sascha, dem würd ich’s gönnen…“ – und plötzlich war der Ball im Netz. Die SGL-Arena bebte, denn wenn der Augsburger mal aus sich rausgeht, dann richtig. Und welchen besseren Grund zum völlig Ausrasten gibt es denn bitte, als ein Tor gegen die Überbayern zu schießen? Die Halbzeit brauchten alle Beteiligten, um sich zu beruhigen. Der Tag war da schon unvergessen. Zur Halbzeit 1:0 gegen die Bayern führen, das hätte sich keiner vorstellen können. Allen war klar: Das bleibt nicht so. Kann es nicht. Sind schließlich die Frühester-Meister-aller-Zeiten-Bayern. Gegen die gewinnst du nicht als FCA. Wobei….

Doch, der FCA gewann. Obwohl Guardiola alle seine Perspektivspieler (die bis dahin nicht mal Bayern-Fans kannten) auf die Bank schickte und mit Götze, Alaba und Müller durchaus respektable Fußballer auf den Platz schickte, konnte der FCB keinen Ball mehr ins Augsburger Tor bringen. Nach 90 Minuten stand es noch immer 1:0, weil Sascha Mölders auch vor einem Manuel Neuer keine Angst hat, sondern den Ball einfach reinmacht. 

Das war, liebe reingemacht-Gemeinde, tatsächlich der schönste Fußballtag meines Lebens. Als Sascha Mölders Manuel Neuer bezwang und damit den FCA zum Triple-Sieger-Besieger machte. Werde ich noch den Enkelkindern meiner Enkelkinder erzählen. 

 

Ihr seht, Sascha Mölders ist der Mann für die wichtigen Tore beim FCA. Und deswegen bin ich unfassbar froh, dass trotz all den Gerüchten, dass Sascha nach Hamburg zu St. Pauli oder nach Nürnberg zum Glubb wechseln könnte, die Nummer 33 beim FCA immer noch Mölders gehört. Keiner ackert so schön, fällt so schön, und keiner ist so ein grundehrlicher, herzensguter Kerl wie unser Sascha Mölders. Seine Bodenständigkeit zeigte sich wieder mal in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen (http://www.augsburger-allgemeine.de/sport/fc-augsburg/Moelders-bleibt-beim-FCA-Werde-kaempfen-id31138027.html): Sascha hat keinen Berater. Braucht er nicht. Er will schließlich beim FCA bleiben und um seinen Platz im Team, für das Team, und vor allem für weitere schöne Tore kämpfen. 

Wenn’s nach mit geht, kann er das noch sehr, sehr lange tun. Unser Fußballgott Sascha Mölders. 

Nur der FCA!

Kristaldo

 

 

Advertisements

5 Gedanken zu “Sascha Mölders Fußballgott

  1. Sehr schöner Artikel um einen Spieler den jede Mannschaft braucht und den so manchmal eine auch hat. Der eine ödere andere Verein hat sogar das Glück solch einen Spieler über die Jahrzehnte hinweg immer wieder hervorzubringen.
    Einen Einwand als Fan des arroganten FC Bayern habe ich dennoch. Selbstverständlich kennt man auch die Spieler aus der zweiten Mannschaft, nicht alle, aber die wichtigsten.

    Servus,
    Fossi

    Gefällt mir

    • ^^ Naja, damals war eine der vieldiskutierten Tatsachen zum Spiel, dass jeder berichten konnte, er habe das Spiel mit ein paar echten Bayern Fans geguckt, und die hätten die halbe Startaufstellung nicht gekannt. Ich muß gestehen, auch mir kam damals die Frage in den Sinn, was für „echte“ Fans das wohl gewesen waren 😉

      Gefällt mir

  2. Zunächst einmal sollte man(n) sich Kommentare vor dem abschicken durchlesen, ich schäme mich!!!
    Und Du kannst diesen sogenannten Bayern Fans von mir einen schönen Gruß ausrichten. Sie sollen ab und zu mal auf die Seite des FC Bayern gehen, oder wenn sie in der Nähe sind, sich in die Hermann-Gerland-Kampfbahn begeben. Dort spielen diese, für sie unbekannten Spieler nämlich regelmäßig.

    Gefällt 1 Person

    • Werde ich machen, sollte ich nochmal in die Verlegenheit kommen. Aber mit den meisten dieses Schlages pflege ich keine Gespräche über Fußball mehr, seit die meisten von denen mich irgendwann (ohne mich damit ärgern zu wollen, aus purer Ahnungslosigkeit!) gefragt haben, in welcher Liga der FCA gleich nochmal spielt. Solche Bayern „Fans“ kenn ich. Es ist traurig.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s