Juhu, ein Talent! Was nun?

Ob auf dem Dorf, in der 2. Bundesliga oder Spitzenclubs, man findet sie überall: Talente. Fast jedes Team hat einen (oder mehrere) dieser jungen Ausnahmespieler in den eigenen Reihen. Eigentlich ein Grund zur Freude, nur was tun, mit dem Jungspund?

Nehmen wir mal exemplarisch vier Bundesligavereine: Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Bayern München und den Hamburger SV.

Davie Selke (19) aus Bremen hat eine tolle U19 EM gespielt und sich in Fußballdeutschland einen Namen gemacht. Jetzt steht er bei den Werderanern im Profikader und wird an die Mannschaft herangeführt und darf die 1. Liga kennenlernen. So stelle ich mir vor, muss es laufen. Selke bleibt im vertrauten Umfeld, und Werder hat einen vermeintlichen Topspieler mehr im Team.

Sinan Kurt (18), vor kurzem noch aufstrebendes Fohlen in Mönchengladbach sieht sich zu höherem berufen und ist zu den Bayern nach München gewechselt. Ohne auch nur eine Bundesligaminute im Lebenslauf stehen zu haben, zu den großen Bayern. Na, herzlichen Glückwunsch und viel Spaß!

Bleiben wir bei den Bayern, die mit Julian Green ein 19jähriges Offensivtalent gerade nach Hamburg verliehen haben. Schön für Kurt, hat er einen Spieler weniger vor der Nase. Aber was genau bringt es denn sowohl dem Spieler als auch den Bayern? Green war bei der WM in Brasilien dabei, hat CL-Luft schnuppern dürfen, während Kurt aus dem Vereinsheim heraus gesehen hat, wie Rafael und Kruse am Fenster vorbeigehen.

Bleibt der HSV, der den besagten Grenn geliehen hat und gleichzeitig Jonathan Tah (18) an die Fortuna aus Düsseldorf verleiht. Tah hat von den genannten Talenten mit Abstand die meiste Bundesliga-Erfahrung. Nämlich 16 Einsätze.

Nun hört man immer wieder, dass man die jungen Spieler nicht verheizen dürfe, sondern behutsam aufbauen müsse. Wie sieht denn dieses behutsame Aufbauen aus? In Liga Zwei schicken und hoffen, dass nach einer Saison ein Wunder passiert ist, wie im Fall Christoph Kramer? Oder macht es Werder gerade richtig und man lässt die Spieler im eigenen Profikader reifen? Diesen Weg ist der HSV mit Tah letzte Saison gegangen und ist wohl noch nicht zufrieden mit der Entwicklung, sonst hätte man ihn ja nicht weggeben und dafür den Brasilianer Cléber geholt. Der wird (Achtung Sarkasmus!) bestimmt eine deutliche Verbesserung zu Tah. Ich persönlich sehe in Jonathan Tah eines der besten Talente, die wir momentan in Liga Eins und Zwie haben. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass er sich bereits in die Mannschaft gespielt hat und die perfekte Ergänzung in der Hamburger Viererkette gewesen wäre. Mit Verheizen hat das nichst zu tun. Der Junge hat seine Klasse, letztes Jahr unter Beweis stellen können und bewiesen, dass er dem Druck gewachsen ist. Slomka und Beiersdorfer sind wohl anderer Meinung.

Was also tun mit den Stars von morgen? Leihen, verleihen oder verheizen? Sicherlich spielt die Persönlichkeit der einzelnen Spieler eine große Rolle, aber bin ich denn allein, wenn ich einige dieser Transfers nicht nachvollziehen kann? Okay, wenn die Bayern locken, werden viele Spieler schwach. Aber die Vergangenheit hat oft genug gezeigt, dass dieser Schritt (auch für gestandene Profis) nicht immer der richtige ist. Tim Borowski, Pablo Thiam, Jan Schlaudraff sind da nur die Spitze des Eisbergs.

Auch wenn ich als Gladbachfan mächtig sauer auf Sinan Kurt bin, wünsche ich allen gennanten und nicht genannten Talenten eine große Fußballerkarriere. Immerhin wollen wir auch in Zukunft wieder attraktiven Fußball in Deutschland sehen. Ich bin gespannt, wer sich durchsetzt, wer einen zweiten Anlauf braucht und wer in Vergessenheit geraten wird.

Nicht vergessen, irgendwann wird Gladbach wieder Meister sein, Euer Fohlen-Flori.

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Ein Gedanke zu “Juhu, ein Talent! Was nun?

  1. Manche Spieler machen einen Schritt zurück um dann einen Schritt nach vorn zu machen, andere verwechseln die Reihenfolge. Ich wünsche den Talenten viel Glück und Sinan Kurt einen neuen Berater.

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