Der nächste bitte

Ein neuer Trainer bei unserem HSV…mal wieder! Nach 20 Bundesligaspielen (inklusive 2 Relegationsspielen) nimmt Mirko seinen Hut. Danke für Deine Arbeit und deinen Einsatz in einer extrem schweren Phase. Ich wünsche Mirko Slomka für seine weitere Karriere alles erdenklich Gute. Aber im Endeffekt ist es (leider) so, in Hamburch sagt man leider sehr schnell „Tschüss“.

Joe Zinnbauer kommt von einer in diesem Jahr sehr gut aufgestellten U23 zur ersten Mannschaft. Erstmal Hut ab Joe, ich glaube ich hätte diesen Schritt nicht getan, zumindest jetzt noch nicht. ER hat einen riesen Erfolg mit einem von ihm aufgebauten Team und gibt das ganze für einen ersten Bundesligajob auf, der wohl der wackeligste in der ganzen Bundesliga ist. Finde ich persönlich natürlich nicht schlecht, aber von seiner Warte durchaus gewagt. Wie dem auch sei. Seitdem weht auf dem Trainingsplatz ein neuer Wind. Gleich in den ersten Einheiten kristalisiert sich heraus, dass Zinnbauer mit Konsequenz seinen (erfolgreichen) Weg aus der U23 weitergehen will und wird. Vor Namen schreckt er ebenso wenig zurück wie vor vorher erbrachten Leistungen. Gefällt mir. Wie groß war doch der Aufschrei, als er den international angesehenen Routinier Valon Behrami vom Training ausschloss, da dieser mit offensichtlicher Lustlosigkeit agierte. Schwupp, Behrami war DER Spieler beim 0:0 gegen den amtierenden Deutschen Meister. Zweikampfstark im Mittelfeld, kommunikativ, laufstark, alles was in solchen Spielen wichtig ist hat unsere Nummer 21 an diesem Tag eingebracht. Zinnbauers Art schlägt also an, und das ist wichtig. Dass das 0:0 ein „Freakergebnis“ ist, sollte jedem bewusst sein, und wem es das nicht war, der schaue sich bitte die letzten beiden Spiele an. Das Hannoverspiel habe ich leider nicht sehen können, gegen Frankfurt war jedoch auch nicht der HSV des FCB-Spiels zu sehen. Dass aber jetzt eine weitaus höhere Kampfesbereitschaft auf dem Platz herrscht, die Spieler mehr Einsatz zeigen kann man Zweifelsohne erkennen.

Nicht zuletzt wird dies an der (schon wahrgemachten) Drohung Zinnbauers liegen, „seine“ Jungs aus der U23 in die erste Mannschaft zu integrieren. So bekamen Steinman und Götz schon erste Einsatzminuten bei den „großen“. Unter Slomka (ich will ihm daraus keinen Strick drehen, es ist lediglich eine Feststellung) war dies nicht der Fall. So kriegen die etablierten auf gut deutsch „Feuer unterm Arsch“, und das kann nur leistungsfördernd sein.

Ebenfalls gefällt mir Zinnbauers Art auf dem Trainingsplatz und im Stadion. Er ist präsent, gestikuliert hier, gestikuliert da, kommuniziert mit seinen Jungs, wird auch mal lauter, versucht sie zu pushen und unterstützt sie wo er nur kann. Dass ist genau das, was heutzutage einen vermeintlichen „Toptrainer“ ausmacht (Klopp, Guardiola, Tuchel etc. Beispiele gibt es genügend), wo hingegen die ruhigen Trainertypen nur selten Erfolg haben, und wenn sie ihn haben, kann man davon ausgehen dass sie etwas älter sind (Ancelotti, Mourinho, del Bosque).

Unterm Strich ist mein erster Eindruck von Josef „Joe“ Zinnbauer sehr positiv, jedoch möchte ich gerade bei meinem HSV nicht zu schnell über einen Trainer urteilen. Warten wir die nächsten Spiele ab und sehen, wie sich das ganze Entwickelt und sich der Ersteindruck bestätigt.

Bis dahin

Nur der HSV!

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3 Gedanken zu “Der nächste bitte

  1. Ich verfolge den HSV aus weiter(er) Distanz und kenne mich nicht mit allen Details aus. Es wundert mich aber doch, dass man nach Finks Entlassung nun den dritten Trainer mit großen Vorschusslorbeeren und Erwartungen begrüßt, während sich aber indirekt schon wieder abzeichnet, dass der Effekt eines Trainerwechsels verpufft. Natürlich darf/muss sich Zinnbauer mehr als drei Spiele beweisen dürfen, aber ich glaube mit Slomkas voreiliger Entlassung hat man sich keinen Gefallen in Hamburg getan, ganz im Gegenteil. Der Prozess des Umbaus in dem der HSV offensichtlich steckt, dauert nun einmal lang. Man hat aber mit der ersten Trainerentlassung jetzt gleich wieder die Erwartungen hochgetrieben (sonst hätte man auch gleich Slomka behalten können) und medial das Feuer angeheizt. Wenn sich alle im „neuen HSV“ einig sind, dass der Verein Zeit braucht, wieso entlässt man Slomka dann nach wenigen Spieltagen? Wollte man nicht auf Konstanz in allen Bereichen setzen? Oder hat man sich hier (wieder) vom Investor Kühne allzu sehr unter Druck setzen lassen? Das würde dann (leider) auch kein gutes Bild auf Beiersdorf werfen.

    Ich bin gespannt, wie es mit dem HSV weitergeht, befürchte aber, dass Zinnbauer nicht der letzte Trainer in dieser Saison sein könnte.

    Gefällt 1 Person

  2. Erst mal guter Beitrag Siegergen und auch von mir ein Danke an Slomka für den Klassenerhalt und alles gute.
    Ich denke es gab wahrscheinlich erst mal andere Positionen zu ändern und bei Slomka schaute man erst mal wie es weiter geht. Aber was man so hörte schien er nur geduldet. Dazu kamen ja noch die Gerüchte, an denen wahrscheinlich auch ein bissl was dran war, dass die sogenannten Führungsspieler nicht mit ihm klar gekommen sind. Was natürlich kein Trainerwechsel zwangsweise bedeutet. Dazu der für mich auch sehr überraschend schlechte Start in die neue Saison. Man hat schon beim Cottbus Spiel gesehen das mit der Mannschaft nix passiert ist. Vielleicht konditionell aber Spielidee, schnelles Umschaltspiel. Nichts war zu erkennen. Genau der selbe Trott wie letztes Jahr. Und das bei so langer Vorbereitung. Dann 0:3 zu Hause gegen Paderborn und die allgemeine Punkte ausbeute von Slomka. Und Kühnes Liebling war er ja scheinbar auch nicht. Das alles zusammen ergab in der Summe wohl einfach den Wechsel der ja auch angedacht war im Zusammenhang mit dem Neuaufbau den HSV. Das Herr Kühne ein Wort mitsprechen will ist vielleicht bei einer AG sogar normal und damit müssen wir HSVer jetzt wohl leben, aber das er das immer öffentlich macht Nervt ja wohl mal so richtig. Der Typ ist wohl auch noch die unprofessionellste Position beim HSV.
    Und auch Joe ist ja ein Trainer wo man erst mal schaut wie es läuft. Und da Herr Kühne ja auch scheinbar immer große Namen haben will sind das nicht die besten Voraussetzungen für Joe. Mir haben die 3 Spiele unter ihm gut gefallen. Aber wenn wir nicht bald Punkten wird wohl auch er wieder die U23 Trainieren. Lass wir uns überraschen und hoffen auf baldigen Erfolg. Dann hat Joe auch eine Chance.

    Lg QB
    Nur der HSV

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  3. Ich bin zu 100% bei Paul!
    Ich habe am vergangenen Sonntag die Sky90-Fussballdebatte gesehn, bei der neben Oliver Kreutzer, auch Harald Stenger war. Ich fand, im Gegensatz zu vielen anderen Interviews, Kreutzer als recht souverän. Mit Harald Stenger konnte ich schon in seinen Zeiten als DFB-Pressesprecher nur sehr wenig anfangen, ähnlich ging es mir auch bei dieser Sendung.
    Dennoch meinte ich sowohl bei beiden, als auch bei Metzelder und vor allem Patrick Wasserziehr zwischen den Zeilen ihr Unverständnis über die jüngsten Entwicklungen beim HSV herausgehört zu haben.
    Spätestens als Stenger von dem SZ-Artikel erzählte, den ich leider nicht mehr finden konnte, geht es bei mir noch weiter. Ich glaube inzwischen, dass sich Beiersdorfer bereits bei seinem Amtsantritt durch die Kühne-Millionen wenigstens stark abhängig von ihm gemacht hat.
    Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann Kühne seine „Wunschmannschaft“ auf den entscheidenden Position durchgesetzt hat, inklusive Trainerposten. Für mich gäbe es beim HSV nur eine langfristige Lösung all den Übels: Gebt dem Kühne sein Geld zurück!

    Gefällt 1 Person

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