Kritisieren kann jeder!

Ich beschäftige mich sehr oft und sehr intensiv mit der Medienlandschaft in Deutschland, insbesondere mit dem Fernsehmedium. Es wird oft viel gemeckert und gemäkelt, gerade an der Arbeit der Live-Kommentatoren. In diesem Beitrag möchte ich mir einige Protagonisten in diesem Genre näher unter die Lupe nehmen und um mehr Verständnis für die Männer und Frauen vor der Kamera werben. Weiterlesen

Adiós Ailton!

Weserstadion

 

„Der rennt wie eine Waschfrau.“ (Felix Magath über Ailton)

Leute! Gestern war es soweit: Aílton Gonçalves da Silva (41) gab seinen Abschied von der Fußballbühne – und das im Bremer Weserstadion. 42000 Menschen waren gekommen, einen denkwürdigen Nachmittag zu (v-)erleben. Voller Unbeschwertheit, Begeisterung und einer gehörigen Portion Nostalgie. Das ist dieser Tage nicht ganz so einfach in Bremen. Umso mehr waren wir Zuschauer und Fans von den längst vergangen geglaubten magischen Momenten im Weserstadion verzaubert, an diesem Nachmittag, der sich anfühlte wie eine Zeitreise zehn Jahre zurück, 20 Jahre zurück, ganz nach Belieben. Ailton hatte sein Abschiedspiel viele Monate vorher angekündigt und ebenso viele Freunde und Stars auf den Platz eingeladen. Weiterlesen

Erste Hilfe Maßnahmen beim Sport – Teil 1

Die Erste Hilfe bei Sportlern leisten ist keine Hexerei. Jeder der mal einen Erste-Hilfe-Kurs erfolgreich absolviert und die Grundlagen nicht vergessen hat, kann das. Natürlich unterscheiden sich Sportverletzungen abhängig von der Sportart. Jedoch bleibt die notwendige Erstversorgung, ebenso wie die bei Unfallverletzungen die gleiche, mit dem Unterschied das die Unfallstelle in der Regel nicht abgesichert werden muss.

Erste Hilfe auf dem Sportplatz ist weit mehr, als nur mit dem Eisspray auf den Platz zu laufen. Warum und wieso möchte ich in diesem und in meinen folgenden Blog-Beiträgen beschreiben.

Bevor die Erste Hilfe losgeht

Sportbetreuung braucht eine gewisse Vorbereitung, und die beginnt deutlich vor dem Anpfiff, spätestens mit dem Treffpunkt der Mannschaft.
Bei den beiden Mannschaften die ich mit betreue will unser Trainer zum Beispiel 1 1/4 Stunden vor Spielbeginn die komplette Mannschaft am Spielort zusammenhaben. Das heißt bei Auswärtsspielen dementsprechend früher.
Für mich bedeutet das, falls ich den einen oder anderen Spieler noch tapen muss, dass ich das vor der vereinbarten Uhrzeit erledigt haben sollte. Auch kommt es in einer gewissen Regelmäßigkeit vor, das am Spieltag zwei, drei Nachrichten oder Telefonanrufe kommen, wie: „Könntest Du kurz mal meine Leiste ansehen“, oder „Ich habe beim letzten Training einen Schlag gegen die Wade bekommen und die schmerzt immer noch“. Auch da versuche ich vor dem Treffpunkt zu helfen. Diese Dinge haben zwar unmittelbar nichts mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen zu tun, sollen aber verdeutlichen, dass man die Zeit, die man sich für die eigentliche Vorbereitung auf das Spiel vorgenommen hat, zu knapp sein könnte. Denn bevor man überhaupt zu seinem ersten Einsatz auf das Spielfeld gerufen wird hat die Arbeit längst begonnen. Das heißt aber auch: Wer seinen Betreuerkoffer und die Kühlbox kontrollieren und herrichten will, der sollte das vorher tun.
Ich handhabe das so, dass nach dem letzten Einsatz der Koffer sofort wieder mit den verbrauchten Materialien aufgefüllt und neues Eis „gemacht“ wird. Es könnte ja sein das beim Apotheker, oder Drogeriemarkt des Vertrauens nachbestellt werden muss.

Auf den Inhalt kommt es an

Jeder Betreuer oder Physiotherapeut hat seine eigenen Erfahrungen und Vorlieben mit den unterschiedlichsten Materialien. Deshalb ist meine Auflistung auch eine rein subjektive und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zum Beispiel ist meine Eisbox ist mit allem Notwendigen gefüllt, außer mit Wasser. Das wird erst erledigt, wenn die Mannschaft zum Aufwärmen auf den Platz geht. Bei Auswärtsspielen, vor allem in den Sommermonaten ist das sogar noch wichtiger. Es kann sogar sein, das ich eine zweite Kühlbox nur mit Eiswürfeln und eventuell mit Kühlaggregaten, oder ähnlichem mitnehme. Denn sobald Wasser in die Box kommt, geht die Temperatur ziemlich schnell nach oben, so dass dann bei Bedarf nicht mehr genügend Eis und kaltes Wasser zur Verfügung steht.

Meine subjektive Zusammenstellung der Kühlbox sieht wie folgt aus:

  • ein kleine Plastikflasche zu zwei Dritteln mit Eis gefüllt (als Ersatz für Kühlspray, oder zusätzlich)
  • ein großer Schwamm
  • jeweils eine vorgeschnittene Schaumgummiplatte für das Sprunggelenk und Muskelverletzungen
  • Elyth Fluid S
  • ein bis zwei unterschiedlich breite, elastische Binden
  • genügend Eiswürfel
  • Wasser

IMG_0977Wie diese Box zum Einsatz kommt und wie mit dem Inhalt richtig umgegangen wird, erkläre ich im kommenden Blog.

Jean-Luc entdeckt Darmstadt 98

sv98 Ich bin ja prinzipiell der Meinung, dass es eine sinnvolle Idee ist, den Fußballclub am aktuellen Wohnort zu unterstützen, oder ihm wenigstens sympathisch gewogen zu sein. Egal, welche Liga. Solange man nicht in einer völlig seltsamen Stadt wohnt, sollte das bei gewisser Fußballbegeisterung auch völlig automatisch der Fall sein. Insofern: Ich bin und bleibe Freiburg-Fan. Aber ich wohne seit kurzem in Darmstadt. Und entdecke damit plötzlich einen Verein, vom dem ich, offen gestanden, vor einem Jahr wohl nicht mal genau hätte sagen können, in welcher Liga er spielt.

Insofern sind meine kommenden Blog-Beiträge über Darmstadt nicht die Beiträge eines Fans, der seinen Verein seit Jahren kennt, begleitet und dessen tiefste Geheimnisse kennt. Sondern es sind die Beiträge eines Fußballbegeisterten, der, ganz im Gegenteil, den Verein überhaupt nicht kennt.

Und insofern die Einladung an alle Leser, ihn gemeinsam zu entdecken.

Der Aufstiegskrimi

Ich bin wohl nicht der erste, der Darmstadt diese Saison „entdeckt“ hat. Darmstadt hat spätestens mit seinem Relegationsknaller gegen Bielefeld alles dafür getan, um flächendeckend entdeckt zu werden. Für alle diejenigen, die sich nicht für Relegation interessieren, oder im Mai schon im Sommerurlaub waren, hier noch einmal die kurze Zusammenfassung: Drittliga-Team Darmstadt verliert im Relegationshinspiel zu Hause mit 1:3 gegen die Zweitligamannschaft aus Bielefeld. Nun ist Bielfeld nicht irgend ein Verein, und Darmstadt, wohlgemerkt, hätte gerade mal ein Jahr zuvor noch aus der Dritten Liga absteigen müssen, wenn die Kickers aus Offenbach sich nicht aufgrund von Lizenzschwierigkeiten vorbeigedrängelt hätten. Insofern war nach dem Hinspiel klar: Aufstiegstraum, ade! Weiterlesen

Juhu, ein Talent! Was nun?

Ob auf dem Dorf, in der 2. Bundesliga oder Spitzenclubs, man findet sie überall: Talente. Fast jedes Team hat einen (oder mehrere) dieser jungen Ausnahmespieler in den eigenen Reihen. Eigentlich ein Grund zur Freude, nur was tun, mit dem Jungspund?

Nehmen wir mal exemplarisch vier Bundesligavereine: Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Bayern München und den Hamburger SV.

Davie Selke (19) aus Bremen hat eine tolle U19 EM gespielt und sich in Fußballdeutschland einen Namen gemacht. Jetzt steht er bei den Werderanern im Profikader und wird an die Mannschaft herangeführt und darf die 1. Liga kennenlernen. So stelle ich mir vor, muss es laufen. Selke bleibt im vertrauten Umfeld, und Werder hat einen vermeintlichen Topspieler mehr im Team.

Sinan Kurt (18), vor kurzem noch aufstrebendes Fohlen in Mönchengladbach sieht sich zu höherem berufen und ist zu den Bayern nach München gewechselt. Ohne auch nur eine Bundesligaminute im Lebenslauf stehen zu haben, zu den großen Bayern. Na, herzlichen Glückwunsch und viel Spaß! Weiterlesen

Vorne ist verdammt weit weg – Der Weg vom Kinderfussball zum Profi

Im Laufe meiner Trainerlaufbahn habe ich viele Kinder hautnah erlebt. Es gab manche, die das notwendige Talent, nicht jedoch den Ehrgeiz hatten – und viele bei denen es umgekehrt war.

Und wieviel ist fußballerisches Können tatsächlich Wert?

Zunächst ist einmal festzustellen, dass ein talentierter Kicker in einer durchschnittlichen Mannschaft mehr heraussticht als ein mäßiger Spieler in einem mit Talenten bestückten Team.

Eine talentierte Mannschaft wird in der Regel nicht in ihrem Jahrgang spielen, da sie ansonsten unterfordert wäre. Als gute Beispiele können hier die Nachwuchsleistungszentren der Profivereine dienen. Hier spielt meist ein Jahrgang 2007 in der Runde des Jahrgangs 2006 (im Kleinfeldbereich), um ausreichend gefordert zu werden. Weiterlesen